Bis zu 70 Prozent staatliche Förderung für die Heizung, die Dämmung oder die Fenster. Das klingt nach einem Versprechen mit Haken. Hat es aber nicht — zumindest nicht, solange du einen Fehler vermeidest: den Antrag zu spät stellen.
Was 2026 gefördert wird, wie die Beantragung läuft und wo die meisten ihr Geld liegenlassen — das steht hier.
Was ist die BEG Förderung?
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, ist das zentrale Förderprogramm des Bundes für energetische Sanierung. Sie hat frühere Einzelprogramme gebündelt und gilt für Wohn- und Nichtwohngebäude.
Es gibt drei Varianten:
- BEG WG (Wohngebäude): Für die Komplettsanierung auf einen Effizienzhaus-Standard
- BEG NWG (Nichtwohngebäude): Für gewerbliche Gebäude und öffentliche Einrichtungen
- BEG EM (Einzelmaßnahmen): Einzelne Sanierungsschritte fördern, ohne das ganze Gebäude anfassen zu müssen
Für die meisten Privatpersonen ist BEG EM der Einstieg. Du musst nicht alles auf einmal sanieren, kannst mit einer Maßnahme anfangen und trotzdem die volle Förderquote dafür holen.
Was wird 2026 gefördert?
- Heizungstausch: Wärmepumpen, Biomasseheizungen und Solarthermieanlagen — beim Austausch einer alten fossilen Heizung sind bis zu 70 % möglich
- Gebäudehülle: Dachdämmung, Fassadendämmung, Kellerdeckendämmung sowie Fenster, Türen und Rollladenkästen
- Anlagentechnik: Hydraulischer Abgleich, Lüftungsanlagen, Smart-Home-Systeme zur Energiesteuerung
- Energieberatung (iSFP): Für einen individuellen Sanierungsfahrplan gibt es selbst bis zu 650 € Zuschuss
- Fachplanung und Baubegleitung: Bis zu 10.000 € pro Kalenderjahr für begleitende Planungsleistungen
Der wichtigste Satz in diesem Artikel: Der Förderantrag muss vor Beginn der Bauarbeiten und vor Vertragsabschluss gestellt werden. Wer das verpasst, verliert den Anspruch — kein Widerspruch, keine Ausnahme.
Wie läuft das ab?
Der Prozess ist bürokratisch, aber machbar. Was dich erwartet:
- Erstberatung: Klär ab, welche Maßnahme für dein Gebäude sinnvoll ist und ob sich ein Sanierungsfahrplan (iSFP) lohnt.
- Maßnahmen festlegen: Ein zugelassener Energieeffizienz-Experte muss dabei sein — ohne ihn läuft beim BAFA nichts.
- Antrag stellen: Erst der Antrag, dann der Auftrag. Heizungstausch läuft über das KfW-Kundenportal, alles andere über das BAFA-Onlineportal.
- Maßnahme umsetzen: Erst nach der schriftlichen Förderzusage beauftragst du den Handwerker.
- Verwendungsnachweis einreichen: Rechnungen, Nachweise der Ausführung, ggf. Energieausweis — alles gesammelt einreichen.
- Auszahlung: Der Zuschuss kommt direkt auf dein Konto, meist innerhalb weniger Wochen.
Die häufigsten Fehler: Baubeginn vor Antragstellung, falsche Nachweisdokumente, eine Fachfirma ohne Zulassung. Jeder davon reicht für eine Ablehnung. Das steht auf der BAFA-Website fett oben — kein Kleingedrucktes.
Wie viel ist wirklich drin?
Beim Heizungstausch lassen sich mehrere Boni stapeln:
| Bonus | Förderquote |
|---|---|
| Grundförderung | 30 % |
| Klimabonus (Austausch fossiler Heizung) | +20 % |
| Einkommensbonus (Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr) | +30 % |
| iSFP-Bonus (mit Sanierungsfahrplan) | +5 % |
| Maximal möglich | bis zu 70 % |
Rechenbeispiel: Eine Wärmepumpe für 18.000 €. Mit Grund- und Klimabonus (50 %) bekommst du 9.000 € zurück und zahlst effektiv die Hälfte. Mit Einkommens- und iSFP-Bonus können es bis zu 12.600 € sein.
Gedeckelt ist das bei 30.000 € förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit. Wer schon einen iSFP hat, bekommt den 5 %-Bonus zusätzlich auf fast alle weiteren BEG-EM-Maßnahmen.
Häufige Fragen zur BEG Förderung
Muss ich den Zuschuss zurückzahlen?
Nein. BEG-Zuschüsse sind nicht rückzahlbar, solange die Maßnahme korrekt umgesetzt und nachgewiesen wurde. Beim KfW-Kredit ist das anders — das ist ein Darlehen, wenn auch zu günstigeren Konditionen als am freien Markt.
Was ist der Unterschied zwischen KfW und BAFA?
Seit 2024 ist die Aufteilung klar: KfW macht den Heizungstausch inklusive Zuschüsse und Kredit. Die BAFA ist für alles andere zuständig — Dämmung, Fenster, Anlagentechnik, iSFP.
Kann ich BEG mit anderen Programmen kombinieren?
Ja, grundsätzlich. Die Gesamtförderquote darf nur die Investitionskosten nicht übersteigen. In Baden-Württemberg gibt es eigene Landesprogramme, die sich mit der BEG kombinieren lassen. Was für dich am meisten rausholt, hängt von deiner Situation ab.
Gilt die BEG auch für vermietete Wohnungen?
Ja. Vermieter können BEG genauso beantragen wie Eigennutzer. Den Einkommensbonus beim Heizungstausch gibt es allerdings nur für selbst genutztes Wohneigentum.
Fazit
70 % Förderung sind kein Versprechen, das sich im Kleingedruckten auflöst. Aber nur dann nicht, wenn der Antrag vor dem ersten Handwerkertermin gestellt ist. Das ist der einzige echte Stolperstein — und er lässt sich vermeiden.
Wer das weiß bevor er plant, zahlt am Ende deutlich weniger. Wer es erst danach erfährt, zahlt alles selbst.
Hinweis: BerosCheck ist kein BAFA-zertifizierter Gebäudeenergieberater und bietet keine Beratung zu Wärmepumpen, Gebäudesanierung oder BEG-Antragsstellung an. Was ich mache: kostenloser Strom- und Gastarif-Vergleich — für Privat, Gewerbe und Hausverwaltungen, per WhatsApp, in unter 30 Minuten. Falls das interessant ist: einfach kurz schreiben.

